die Menschheit ist schlecht…

…so schlecht, dass sie sich, vom Glauben abgewandt, in Hass und Krieg selbst zerstört hat. Nur eine handvoll Gläubige wurden von Gott auserwählt und konnten in riesigen Archen die sterbende Erde verlassen. Jahrhunderte gingen ins Land und der einstige Vorsatz, nie wieder den Hass die Oberhand gewinnen zu lassen wurde gebrochen. Erneut entbrannten Konflikte und nährten die Mächte des Bösen – und Satan wurde wiedergeboren als Neo-Satan.
Klingt albern?! Irgendwie schon. Aber angesichts des ziemlich abgespaceden Settings, musste halt aus dem alten dämonischen Satan ein futuristischer Cyberlucifer und aus Gottes Armee ein Trupp von 16 Supersoldaten werden.
Zeit die letzte Schlacht zu schlagen…
der Klassiker: Gut gegen Böse
Auf der Welle der großen Multiplayertitel wie
Unreal Tournament 2003, versucht auch
Apocalyptica ähnliche Wege zu gehen.
Als Gottessoldat im Kampf gegen NeoSatan müssen wir uns durch 18 Missionen ballern und dabei verschiedenste Ziele erfüllen. Vor Beginn der Kampagne gilt es einen von 16 Charakteren aus vier unterschiedlichen Klassen auszuwählen.
Die Klassen unterteilen sich in Nonnen, Templer, Seraphim und Robots, die sich wiederum in den Charakterwerten Beweglichkeit, Nahkampf, Distanz und Magie unterscheiden.

Die Missionen selber ähneln stark dem Assault Modus von
Unreal Tournament. Es gilt die letzte Schlacht auf Jerusalem 5 zu schlagen und sich dabei näher und näher an Neosatans Festung heranzukämpfen.
Um das zu erreichen, müssen wir in jeder Mission diverse Ziele absolvieren. So gilt es bestimmte feindliche Stellungen zu sabotieren, Gefangene zu befreien oder Tore für unsere Verstärkung zu öffnen. Alles in allem, der übliche Sci-Fi-Shooterwahnsinn.
Die Missionen bieten dabei in Punkto Optik allerlei Abwechslung. Von wüstenbedeckten Gegenden über gotische Bauten bis hin zu futuristischen Tempeln und Kerkern findet der geneigte Jünger die unterschiedlichsten Locations. Doch nicht nur deswegen unterscheidet sich das Spiel von anderen reinen Singleplayer Titeln. Denn
Apocalyptica zockt sich selbst in der Solo-Kampagne wie ein reiner Multiplayer-Shooter im Team-
Deathmatch-Modus. Segnet man das Zeitliche, so
respawned man am letzten eroberten Mappunkt und setzt seinen Kampf fort. Gleiches gilt natürlich auch für unsere Gegner. Dadurch spielt sich das Spiel äußerst schnell und actionlastig.
Unser Arsenal wird dabei durch allerlei futuristische Ballermänner und Raketenwerfer, sowie diverse Schwerter und magische Fähigkeiten komplettiert. Durch diesen Mix aus Nah- und Fernkampfwaffen sowie der knappen Munitionsverteilung ergibt sich ein durchaus interessantes Gameplay. Waffenupgrades erhält man im Laufe des Spiels durch das Einsammeln von Blaupausen.

Leider sind die Einsatzziele und der Levelaufbau etwas ausgelutscht und fangen spätestens nach der dritten Mission an zu langweilen. Und da die platte Story das nicht auszugleichen schafft, ebbt der Spielspaß ziemlich schnell ab. Hinzu kommt, daß weder unsere Kollegen, noch Lucifers Schergen halbwegs clever agieren, was dazu führt, dass uns beim Erobern eines Zieles grundsätzlich jemand fehlt, um die feindlichen Truppen abzuwehren. Ein teilweise nicht zu unterschätzender Frustfaktor…
Technik – zwischen Himmel und Hölle
Zum Einsatz kommt eine Eigenentwicklung von Extreme FX, die Evolution-
Engine, die an manchen Stellen grandiose Landschaften auf den Bildschirm zaubert und uns im nächsten Level kopfschüttelnd den Exit-Button suchen lässt. Detaillierte Schatten- und Lichteffekte liefern sich mit schaurig-schlechten
Texturen und unfertigen Bewegungsanimationen ein zwielichtiges Stelldichein. Die Sounds können ebenfalls nicht wirklich überzeugen und sind teilweise ziemlich klanglos und fad. Auch bei der Musik hätten sich die Macher lieber bei der gleichnamigen Rock-Kombo aus Finnland inspirieren lassen sollen, denn der hauseigene Soundtrack reicht bestenfalls zum Nachbarn-ärgern.
Da die bereits erwähnte
K.I. nicht wirklich spielspaßfördernd ist, sollten Unverbesserliche lediglich einen Blick auf den
Multiplayer bzw. den Koop-Modus werfen.
Multiplayer – von Engeln und Dämonen

Dieser macht im Vergleich zur Kampagne dann doch wieder einiges wett. So stehen uns die Spielmodi
Capture the flag,
Deathmatch, Team-Deathmatch und ein
kooperativer Modus für die Singleplayer-Kampagne zur Verfügung. Letzterer kann, Dank menschlicher Mitstreiter, den Frust des Einzelspiels fast vergessen machen und uns doch noch einige schöne Momente bescheren. Da das Spiel in den Weiten des Internets aber kaum noch gläubige Anhänger vorweisen kann, bleibt das Vergnügen maximal auf die nächste
LAN-Party beschränkt.