Vorwort
Der Stummfilm
Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens (1922) ist ein Klassiker des Horrorgenres. Einzig durch die meisterhafte Verwendung von Licht und Schatten wurde einer der beeindruckendsten Vampirfilme geschaffen. Interessant dabei: Die Vorstellung, dass Vampire lichtscheu sind, was in allen Vampirgeschichten eine Rolle spielt, geht auf diesen Film zurück. In der Originalvorlage war dies nämlich nicht der Fall (Zitat aus
Wikipedia). Der Film hatte keine Tonspur, parallel lief eine Schallplatte ab. Das Remake namens
Nosferatu - Phantom der Nacht, von Werner Herzog aus dem Jahre 1978, in dem auch der mit den Edgar Wallace Filmen bekannt gewordene
Klaus Kinski (erhielt für diese Rolle den dt. Filmpreis - Filmband in Gold) mitspielte, ist zwar ebenfalls sehr gut, doch der Klassiker blieb ungeschlagen. Bereits 1995 gab es ein Nosferatu-Spiel, damals noch für die SNES-Spielkonsole. 2003 kam
Nosfertau: The Wrath of Malachi (Der Fluch von Malachi) für den PC heraus. Das Spiel gab es fast nirgendwo (die dt. Fassung war exklusiv bei Karstadt erhältlich) zu kaufen. Zu Recht oder zu Unrecht? Ihr erfahrt es in diesem Review.
Eine Symphonie des Grauens

Die Story spielt im Jahr 1902 und ist schnell erzählt. Unsere Familie (16 Personen, 1 Hund auch noch; die 16. Person, Rebecca kann man nicht retten, die 15. Person nur gemeinsam mit der 14. - also zusammen aus dem Schloss holen) wurde - wie schon andere zuvor - vom Vampir eingeladen, die Hochzeit auf seinem Schloss zu feiern. Als wir verspätet ankommen, wurde die ganze Familie vom Grafen gefangen genommen. Wir müssen sie retten. Jede gerettete Person kann uns auch im Vorhof helfen - so heilt der Arzt unsere Wunden und der Priester gibt uns einen Kelch (ist eine Waffe) und versogt uns mit Weihwasser. Das Ganze gar nicht so einfach und ein Walkthrough würde wenig bringen. Das liegt daran, dass das Schloss bei jedem Spielstart bzw. Neuladen (wobei ein Quickload ausreicht) neu generiert wird (d.h. die Räume sind jedesmal anders, die Anordung von Hauptschloss, Ost- und Westflügel bleibt allerdings gleich; insgesamt ist das Spiel dennoch wenig abwechslungsreich) und die Gegenstände ebenso zufällig verteilt werden. Als wäre das nicht genug, sind die Gegner auch jedesmal anders verteilt und natürlich auch die zu rettenden Personen nicht stets an derselben Stelle aufzufinden. Das erhöht zwar den Wiederspielwert, macht das Spiel aber schwieriger.
Das Spiel beginnt

Spielbeginn ist direkt vor dem beeindruckenden Schloss. Und die Uhr tickt: Man hat nur ein gewisse Zeitspanne (um 6 Uhr in der Früh stehen wir dem Blutauger gegenüber) für das Spiel. Wobei man sagen muss, im Normalfall hat man noch mehrere Stunden übrig, die Zeitspanne ist also mehr als ausreichend bemessen. Wie schwer bzw. einfach der Endkampf wird, hängt allerdings davon ab, wie viele Leute man retten kann (der Hund bringt nichts, dieser kämpft dann zwar an unserer Seite, aber allzu stark ist er nicht), denn diese stellen einem Waffen zur Verfügung. Den Priester, der einem gleich bei Spielbeginn vor die Füße fällt, sollte man unbedingt retten (den Dr. suchen und zu ihm bringen), denn sein Kelch ist eine der effektivsten Waffen im Spiel - nicht nur für die Zwischen-/ bzw. den Endgegner. Der Schlossherr tötet unsere Verwandten, sollten wir zu lange brauchen (da gibt es dann jeweils ein Filmchen, wie zB die am Glockenstrick erhängte Tante Sophie oder andere Verwandte). Wie in jedem echten Vampirfilm gehen wir in diesem Spiel nicht nur per Pistole und ähnlichen Waffen vor, sondern setzen auch Knoblauch und ein Kruzifix ein. Vampire (gibt es als normale Gegner und als Zwischengegner) töten wir - na wie schon?- mit einem Holzpflock ins Herz. Das Spiel bedient alle Vampirfilmklischees. Bestimmte Bewegungen, zB rennen, vermindern die Ausdauer, was am nicht nur am schweren Atem erkennbar ist. Dies hat auch u.a. eine eingeschränkte Bewegtheit sowie Sichtweise zur Folge.

Im Spiel trifft man vorwiegend auf Gegner wie Vampire, Ghuls, Hunde oder Zombies. Auch große Fledermäuse und ähnliches Getier ist anzutreffen. Die Animationen sind auch hier, wie bei den zu rettenden Personen, hölzern. Es gibt daneben auch mehrere Zwischengegner. Bei diesen muss man, sofern es Vampire sind, sobald sie besiegt scheinen, schnell - bevor sie sich regeniert haben- den Sarg finden (bei den normalen Vampiren, auf die man immer wieder trifft, erübrigt sich dies) und den Kampf stilecht per Holzpflock ins Herz beenden. Beim Endgegner muss man die 3 Hebel an den Säulen beachten, um das Licht zu bündeln. Malachi ins Licht locken und danach ab ins Loch und unten - am besten mit dem Kelch - das Feuermonster (der Schlossherr zeigt seine wahre Gestalt) besiegen.
Musik und Grafik

Die Grafik des Spiels gewinnt sicherlich keinen Preis. Einerseits gibt es im Spiel sehr gute Lichteffekte und das ganze Schloss wirkt düster, andererseits ist kein Detailreichtum gegeben und auch die Gegner sehen manchmal nicht wirklich zum Fürchten aus. Zudem ist die Auflösung mit 800 x 600 ebenfalls gering. Gut ist, dass das Bild manchmal körnig wirkt, wie in alten Filmen eben. Dass man die Helligkeit nicht einstellen kann, ist ein Problem, also das Spiel im Dunkeln spielen oder auf spezielle Programme ausweichen. Vielleicht wollte man uns so auch nur anhalten, die Fackeln im Spiel zu nutzen? Musik wird im Spiel eher spartanisch eingesetzt, doch manchmal - wie auch in diesem Fall - ist weniger mehr. Die Musikstücke unterstützen die düstere Atmosphäre, auch situationsabhängig. Stürmen Gegner auf uns los, merken wir dies bereits an der Musik.