In
Mace Griffin: Bounty Hunter schlüpft der Spieler in die Rolle des Herren Mace Griffin, der zu Beginn des Spieles einer Einheit von... sagen wir "Weltraumpolizisten" angehört und in einem neu erschlossenen Sternensystem namens
Vagner mit seinen Kollegen für Recht und Ordnung sorgen soll. Bei einem Routineeinsatz geschieht ein Unglück – das gesamte Team wird umgebracht, Mace Griffin kommt anschließend und eigentlich ja unschuldig in den Knast. Verbittert nach zehn Jahren hinter schwedischen Gardinen, entschließt er sich fortan als Kopfgeldjäger seinen Lebensunterhalt zu verdienen und für das Gute im Universum zu kämpfen. So weit, so gut.
Außergewöhnliches Gameplay
Im Gedächtnis bleibt
Mace Griffin: Bounty Hunter schon alleine wegen seines zweigeteilten Gameplays. Nachdem Mr. Griffin von seinem Auftraggeber eine Mission erhalten hat, begibt er sich an Bord eines Raumschiffes und fliegt zu einem Planeten, Asteroiden oder einer Raumstation, um dort in klassischer Egoshootermanier den Gegnern gehörig einzuheizen. Selbstverständlich sind die Minuten im Raumschiff keine reine Schikane um den Spieler zu langweilen, sondern bieten teils erstklassige Weltraumaction im Stile eines
Starlancer. Zurück auf festen Grund erinnert
Mace Griffin: Bounty Hunter stark an
Red Faction und bietet simple und lineare Actionkost. Der Übergang zwischen den beiden Spielabschnitten ist fließend und gaukelt so den Eindruck von großer spielerischer Freiheit vor.
Leider sind im ordinären 3D-Shooter-Modus alle Level eintönig designed. Es mangelt an Farben und verspielten Details, weswegen nach wenigen Spielstunden keinerlei abwechslungsreiche Überraschungen auftauchen, die den Spieler bei Stange halten könnten. Die Story, welche so wichtig in einem Spiel wäre, dessen Zwischensequenzen nicht übersprungen werden können, wird im Laufe der Zeit etwas vernachlässigt und bietet zwar ein paar spannende Wendungen, ist jedoch streckenweise vorhersehbar und wirkt ab und an uninspiriert - Schade.
Lineares Vorgehen über lange Strecken
Mace Griffin: Bounty Hunter erfordert von den Spielern ein ruhiges und taktisches Vorgehen – ein Agieren wie in Rambo-Filmen birgt wenig Aussicht auf Erfolg. Eher ist in den sterilen und engen Gängen vorsichtiges Heranpirschen gefragt. Die KI der gegnerischen Einheiten ist zwar nicht das Gelbe vom Ei, manche Bewegungsmuster der Gegner schaffen es aber dennoch, eine Reaktion auf das Vorgehen des Spielers zu erahnen. Kurz: Die Gegner können scheinbar intelligent agieren, nutzen diese Begabung aber nur unregelmäßig.
Deutlich vorhersehbarer sind da doch die linearen Abläufe in jeder der 13 Missionen. Der zu absolvierende Weg ist gleichzeitig der einzige, der zur Verfügung steht. Jedes Level gibt fast kontinuierlich einen strikten Weg vor, an den sich der Spieler notgedrungen halten muss. Und das läuft so: Nachdem wir unser kleines Raumschiff verlassen haben und zum Beispiel in eine Raumstation eingedrungen sind, töten wir alle Gegner. Von drei Türen lässt sich nur eine öffnen, dahinter warten Gegner, die wir töten. Im nächsten Gang erwarten uns noch mehr Gegner (die sich leider kaum voneinander unterscheiden), die wir ebenfalls töten. Das geht so weiter, bis wir unsere aktuelle Mission erfüllt haben (eine bestimmte Person retten, eine bestimmte Person töten, ein Rätsel lösen, alle anwesenden Personen töten...). Dann schnell noch eine Kehrtwende, das gesamte Level zurück zum Raumschiff laufen (Welcher *#§/$%“! von einem Programmierer hat sich diesen Mist ausgedacht?) und ab zurück ins Weltall.
Die Steuerung ist bei dem gesamten Unterfangen auch nicht sonderlich hilfreich: Das Zielen gestaltet sich äußerst ungenau, die Spielfigur bewegt sich träge, was insgesamt den Spielfluss hemmt. Lediglich während der Weltraummissionen steuert sich
Mace Griffin: Bounty Hunter erträglich.
Grafik, Sound und Schnitte
Mace Griffin: Bounty Hunter war zu seiner Veröffentlichung im Jahre 2003 keinesfalls hässlich, konnte aber schon damals aktuelle Toptitel nicht übertreffen. Wie bereits weiter oben erwähnt fehlt es diesem Spiel an etwas knackiger Farbe und Abwechslung – in jeder Hinsicht.
Der Sound und die Musik sind hingegen gut gelungen. Die musikalische Untermalung während der Weltraumschlachten ist äußerst passend und wirkt auch bei den Bodeneinsätzen nie aufdringlich oder deplaziert. Über die Soundeffekte lässt sich ebenfalls wenig meckern. Besonders hervorheben möchte ich jedoch die vorzüglich Synchronisation der Spielfiguren, die sowohl im englischen Original wie auch in der deutschen Version voll überzeugen kann.
Apropos deutsche Version: Die ist wie gewohnt bei Spielen, welche gleichzeitig auf PC und Konsolen erscheinen, der Zensur zum Opfer gefallen. Welche Schnitte genau durchgeführt wurden, könnt ihr in den
Bloodinfos nachlesen.