Besser als gedacht...
Wer glaubte, dass
Manhunt ein reines Mörderspiel wird liegt falsch, da das Spiel viel taktischer, spannender und atmosphärischer ausgefallen ist als man es sich gedacht hat. Auf die Story will ich nicht mehr eingehen, denn das haben wir schon in der Preview erledigt. Auf was ich aber noch mal im Detail eingehen will ist das Gameplay.
Innerlich

So gibt es im Gameplay doch einige Gemeinsamkeiten mit Splinter Cell. Dabei könnt ihr euch zum Beispiel in jeglichen dunklen Ecken verstecken, sind sie auch noch so klein, solange ihr ganz in den Schatten passt kann euch keiner sehen, außer ihr wurdet beobachtet, wie ihr euch versteckt habt, oder es wird direkt nach euch gesucht, dann hilft der Schatten meist auch nichts. Diese Möglichkeit des Versteckens ist aber extrem wichtig um die Gegner aus dem Hinterhalt angreifen zu können. Auch wenn ihr sie in einem Zweikampf töten könnt, ist der Hinterhalt ratsamer, da ihr beim Kampf auf Dauer zu viel Energie verliert, deshalb solltet ihr lernen leise und heimtückisch anzugreifen.
Hierbei währen wir auch schon beim nächsten Punkt, die Einführung in das Spiel. Diese ist zwar nicht sehr ausführlich gestaltet, aber erfüllt ihren Zweck, denn ihr lernt euch zu bewegen, zu verteidigen und anzugreifen. Außerdem gibt es während des ganzen Spiels, in unbekannten Situationen, immer kleine Tipps wie ihr euch zu verhalten habt und wie ihr euer Ziel erreicht.
Waffen

Ein weiteres Augenmerk liegt auf dem Waffenarsenal. Dieses ist nicht nur üppig ausgefallen, sondern auch sehr interessant, wenn auch schockierend. Wie schon bekannt gibt es 20 Waffen im Spiel, die im Verlauf der Story immer besser und tödlicher werden. Den Anfang macht die Plastiktüte, mit der ihr euren ersten Gegner ermorden müsst. Darauf folgen ein kleiner Baseballschläger, ein großer Baseballschläger, ein Messer, eine Glasscherbe, eine Pistole, eine Shotgun, ein MG, ein Nagelwerfer, und, und, und, ... das nimmt kein Ende. Die Waffen sind dabei in drei verschiedene Kategorien eingeteilt. Eine ist für die leichten Waffen wie Messer, Glasscherben, Plastiktüten, denn diese können nur einmal benutzt werden. Der kleine Baseballschläger, eine Machete und eine Brechstange zählen unter kleine Dauerwaffen und alle Schusswaffen zählen unter große Dauerwaffen, die dauernd benutzt werden können.

Dabei bleiben aber auch Spuren an den Nahkampfwaffen übrig, wie Blutspuren. Übrigens gibt es für jede Waffe drei verschiedene Angriffsarten, neben den normalen Kampfarten. Diese können ausgewählt werden, wenn ihr zum Beispiel einen Gegner von hinten angreift und je länger ihr hinter ihm stehen bleibt und die Angriffstaste gedrückt haltet, desto härter wird der Angriff. Soll heißen, dass wenn ihr in den Angriffsmodus wechselt, der automatisch eingerichtet wird, wenn ihn nah genug an dem Gegner seid, dann erscheinen zuerst weiße Pfeile und wenn ihr ca. 3 Sekunden wartet wechseln die Pfeile ihre Farbe auf gelb und nach weiteren 3 Sekunden werden sie rot. Dabei könnt ihr bei jeder Farbe angreifen, aber bei weiß greift ihr nur „normal“ an, bei gelb sieht es schon krasser aus und bei rot ist es die absolute Härte. Dabei wird der Gegner auf grausamste Art und Weise ermordet. Ins Detail will ich hier aber nicht gehen. Aber nicht nur der Gewaltgrad steigt, sondern auch eure Punktzahl am Ende des Levels steigt durch einen Stilgrad. Dieser wiederum steigt, je härter ihr eure Gegner beseitigt.

Erwähnenswert ist außerdem das Kampfsystem. Dabei könnt ihr aber ausschließlich große Schlagwaffen oder Schusswaffen benutzen, da einmalige Waffen nicht für einen Kampf geeignet sind. Solltet ihr also einmal keine Wahl haben und in einen Kampf verwickelt werdet, dann habt ihr verschiedene kleine Angriffskombinationen zur Verfügung. Je nach Waffe schlagt ihr dann anders zu und mit den zwei Angriffstasten könnt ihr durch verschiedenes Drücken die Combos erzeugen. Blocken könnt ihr indem ihr zurücklauft. Dabei solltet ihr aber aufpassen, dass auch der Gegner Combos vollbringen kann und somit nicht jeder Angriff des Gegners nach dem ersten Schlag vorbei ist.
Weitere Details

In Sachen Schwierigkeitsgrad zeigt sich
Manhunt sehr kulant, denn auch wenn es nur zwei verschiedene gibt, „Fetisch“ und „Hardcore“, reichen diese dennoch aus. Bei „Fetisch“ gibt es nur wenige Punkte an denen man verzweifeln kann, denn meist sind Gegner und Gegenstände gut verteilt. Dabei wirkt aber auch der erste Schwierigkeitsgrad nicht zu leiht, denn trotzdem gibt es einige Überraschungen auf die man gespannt sein darf. Beim Schwierigkeitsgrad „Hardcore“ ist der Name Programm, denn nicht nur die Gegner sind vorsichtiger, sondern ihr habt auch eine realistische Energieanzeige bzw. Ausdaueranzeige. Darum ist dieser Grad nur Profis zu empfehlen, die eine Herausforderung suchen. Trotzdem wirkt das Spiel nie unschaffbar.

Ein garantierter spielspaßfördernder Aspekt ist die Gegner-KI. Diese zeigt sich in jeder Situation realistisch und überzeugend. Das ist zum Beispiel daran zu erkennen, dass Gegner, die ein Geräusch wahrgenommen haben, nur bis zum Schattenanfang gehen, dann warten und wenn sie nichts finden wieder gehen. Es wird keinen Feind geben, der sich in eine für ihn gefährliche Situation begibt. Solltet ihr aber wirklich mal beobachtet werden, dann rennt man euch nicht alleine hinterher, denn meist wird noch Verstärkung mitgenommen.
Natürlich haben sich die Entwickler auch etwas zum Speichersystem einfallen lassen. Dabei habt ihr zwar nicht die Möglichkeit zu jeder Zeit zu speichern, aber nach bestimmten Zeitabschnitten kommen Speicherpunkte, die ihr einsammeln könnt und jederzeit benutzen könnt. Hierbei sei zu sagen, dass die Speicherpunkte weder schwer zu erreichen noch liegen sie sehr weit von einander entfernt. Wenn ihr gut vorankommt, dann könnt ihr aller 10min ungefähr mit einem Speicherpunkt rechnen. Des Weiteren muss man erwähnen, dass die Ladezeiten im Spiel sehr kurz sind und der Spielspaß dadurch überhaupt nicht beeinträchtigt wird. Außerdem treten diese Ladezeiten nur am Ende eines Levels auf, welche durchaus sehr groß ausfallen können.

Was
Manhunt zu einem sehr abwechslungsreichen Spiel macht, ist die Tatsache, dass sich das Gameplay im Laufe des Spiels von einem Stealth- in einen Action-Shooter entwickelt. Während ihr in der ersten Hälfte des Spiels fast ausschließlich mit Nahkampfwaffen unterwegs seid, bekommt ihr nacheinander mehrere Schusswaffen, von denen besonders die Shotgun sehr vorteilhaft ist. Sobald ihr Schusswaffen besitzt wird auch die Gegnerzahl größer und mit Nahkampfwaffen könnt ihr nicht mehr viel ausrichten. Ab diesem Zeitpunkt spielt sich
Manhunt mehr wie
Max Payne, nur ohne Bullettime.
Und hier liegt auch der einzige Kritikpunkt, denn die Shootout-Passagen sind etwas einseitig ausgefallen, da ihr prinzipiell fast ausschließlich Gegner für Gegner tötet in ähnlicher Art und Weise. Wer aber dann so weit gekommen ist, den wird das auch nicht mehr stören.
Äußerlich
Was auch sehr überzeugend wirkt ist die fantastische Atmosphäre im Spiel. Schon vom Anfang an fühlt man sich mittendrin statt nur dabei. Dabei legt man weniger Wert auf Musik und mehr auf Umgebungsgeräusche und jegliche Nebengeräusche. Dadurch wirkt das Szenario auch viel realer und fesselnder.
Dazu kommt eine besondere Kamera, denn schon die 3rd-Person Ansicht wurde mit einem feinen Rauschen versetzt um es wirkten zu lassen, also ob ein Kamerateam euch die ganze Zeit verfolgt. Des Weiteren wechselt der Blickwinkel bei jeder Exekution in eine spezielle Position. Ihr seht den Angriff also als ob ihr ihn wirklich beobachten würdet, diese Kamera ist ebenfalls mit Rauschen unterlegt, da während des Spiels alles gefilmt wird.

Ein weiteres Highlight im Spiel ist die Grafik, denn diese kann durchaus mit momentanen Toptiteln mithalten. Besonders die Charaktere sind reich an Polygonen und strotzen nur vor Details, ebenso die Waffen, welche nicht nur gut aussehen, sondern sich auch realistisch verhalten und dementsprechend benutzt werden können.
Aber auch die Umgebung sieht einfach toll aus und versprüht reine Spannung. Jede Sekunde kann ein Gegner hinter einer Ecke hervorspringen oder hinter euch auftauchen, deshalb solltet ihr die Umgebung dauerhaft im Auge behalten und euch auch Stellen zum Verstecken merken, da ihr auch mal einer Gruppe begegnen könnt und dann schnell weg müsst, um dann nicht verwirrt und hektisch in der Gegend rumzulaufen könnt ihr zu dieser Stelle rennen und euch schnell verstecken.