Nun existiert
shooterplanet.de schon so lange, aber an einen Artikel zu
DOOM hat sich bisher noch keiner getraut. Somit fühle ich mich einfach mal dazu berufen, dem Klassiker schlechthin eine Hommage in Form eines zweiseitigen Artikels zu bereiten und hoffe, dass ich dem Spiel damit gerecht werde.
Kontakt abgebrochen
Auf den Trabanten des Mars, Phobos und Deimos, gelang den Wissenschaftlern der Union Aerospace Corporation (UAC) ein ungewollter Durchbruch in ihrer Forschung: Sie öffneten bei ihren Teleportationsexperimenten ein Dimensionstor zu einer anderen Welt. Leider stürmten daraufhin Wesen aus der Hölle durch das Portal in die Forschungsstation. Denn wie schon Stephen King in seiner Kurzgeschichte „Traveller“ schrieb: Wer sich von einem Portal ins nächste teleportieren lässt, durchquert das Reich der Finsternis; das ewige Nichts.
Aufgrund des abrupt abgebrochenen Kontaktes zwischen der Erde und der Forschungsstation wird ein Space Marine auf die Reise geschickt – dieser Marine wird vom Spieler gesteuert. Sein Ziel ist es, herauszufinden, was auf den Marsmonden vor sich geht.
Action von der ersten Minute an
Direkt im ersten Level wird klar, dass kein menschliches Lebewesen in der Station

überlebt hat. Alle Wissenschaftler und Soldaten wurden entweder getötet, oder aber in willenlose Zombies verwandelt. Der Spieler trifft – nur mit einer Pistole bewaffnet – schnell auf einen ehemaligen Kollegen, der ohne ein Wort des Grußes seine Waffe hebt und das Feuer eröffnet. Bevor dem Spieler klar wird, wer seine eigentlichen Feinde sind, muss er schon seine ehemaligen Verbündeten töten.
Die Höllenwesen selbst lassen auch nicht lange auf sich warten, denn die Feuerball schleudernden Imps gehen ebenso kompromisslos auf den Spieler los, wie die fleischfarbenen Monster, die scheinbar zu 75% aus Maul und Zähnen bestehen.
Nun steht folgendes fest: Es geht nicht mehr darum herauszufinden, was in den Stationen geschah, es geht nun vielmehr nur noch darum, am Leben zu bleiben – und so viele Monster wie möglich in die Hölle zurückzuschicken.
Stationen, Gänge und Ruinen
Den Großteil seiner Zeit verbringt der Spieler mit dem Töten der Monster im Inneren von Gebäuden. Auch aufgrund der eingeschränkten Fähigkeit der
DOOM-Engine verzichtete Entwickler
id-Software fast komplett auf Außenlevel. Existierende

Außenareale sind durch Mauern oder Zäune begrenzt und bringen Endzeitstimmung ins Spiel.
Die meiste Zeit wird wie gesagt in Gebäuden gekämpft. Da gibt es enge Gangsysteme, glänzend saubere Forschungsstationen; aber auch das exakte Gegenbild, nämlich verdreckte und von Aliens in Beschlag genommene Ruinen, mit Säure gefüllte Seen und bluttriefende Böden, Wände und Decken.
In vielen Leveln gibt es zudem nette Kleinigkeiten zu sehen, die das Spiel zwar nicht beeinflussen, aber stark zur ohnehin vorzüglich gruseligen Atmosphäre beitragen: Gekreuzigte Dämonen an Wänden, Menschenbeine an Ketten von der Decke baumelnd, Pentagramme in roter Farbe auf dem Boden, umgedrehte Kreuze überall. Einem Christen wird
DOOM vielleicht etwas sauer aufstoßen, denn mit "satanistischen Symbolen" hat
id-Software wirklich nicht gespart.
Es gibt insgesamt 3 Episoden, die der Spieler durchqueren muss. Jedes Level wird an einem bestimmten Schalter oder Teleportationsfeld beendet, für dessen Erreichen meist eine Keycard benötigt wird. Die Episoden nennen sich „
Knee-deep in the dead”, “
Shores of Hell" und “
Inferno”, wobei letzteres in der Hölle selbst spielt. In jedem Level gibt es mehrere Secrets; selbst das erste, sehr kleine Level bringt es auf 3 Secrets.
Die Armee der Hölle
Die auf Phobos/Deimos wütenden Monster sehen (für die damalige Zeit) alle schaurig und dämonenhaft aus und wüten wie es der Fürst der Finsternis von ihnen verlangt. Intelligenz kann man ihnen nicht unbedingt nachsagen, ihre Aufgabe besteht einfach nur darin, erbarmungslos alles zu erledigen, was nicht zu ihnen gehört.
Manche Monster sind nur im Nahkampf gefährlich, die meisten aber beherrschen den Nah- und Fernkampf. Besagte Imps werfen Feuerbälle oder kratzen

den Spieler, fliegende Totenköpfe flitzen kreischend auf den Spieler zu und nicht wenige Wesen verstehen es, Raketenwerfer zu benutzen.
Schön anzusehen ist es, wenn der Spieler in einen mit Monstern gefüllten Raum schießt – und die Monster postwendend wild feuernd ihre Kollegen treffen ("Friendly Fire"?), die sich ihrerseits vom Spieler abwenden und dann gegenseitig angreifen. So kann es schon mal sein, dass ein einzelner Schuss ein Blutbad aller erster Güteklasse anrichtet.