Vorwort zu Installation und Performance
Getestet wurde die ungeschnittene US-Fassung des Spiels mit dem aktuellen
Patch auf
Version 1.1 (Download
hier). Letzterer ist Voraussetzung für das Spielen im
Multiplayer-Modus und ist auch für jegliche
Modding-Projekte dringend erforderlich. Die Installationsroutine arbeitet flott und problemlos, die nicht kopiergeschützte CD-ROM transportiert rund 800 MB an Daten auf die Festplatte, inkl. eines Trailers zu Romeros Kinofilm. Die Eingabe eines
CD-Keys entfällt, ebenso eine Online-Aktivierung.
DirectX ist in der
Version 9.0c erforderlich und kann bei Bedarf
hierheruntergeladen werden. LotD erschien nicht in Deutschland, es bleibt nur der Weg über den
Importhändler...
The day the dead thought? – Hintergrund und Story

Bauer
Jack hat es nicht gerade einfach. Als wäre das Ackern auf den Maisfeldern nicht schon genug der Mühe, wird seine idyllische Farm nun auch noch von garstigen Zombies belagert. Schuld daran ist eine ominöse Seuche, die sich unter den Menschen ausbreitet und sie sich ihres niedrigsten Urinstinkts "besinnen" lässt:
Happa-Happa machen... Doch Dank Papa
Romero sind die lebenden Toten nicht komplett dazu verdammt, ihr Dasein als schlurfende Käsebrote zu fristen. Nein, denn mit
Land of the Dead durften die hungrigen Zeitgenossen eine weitere Sprosse der Evolutionsleiter erklimmen und nun immerhin primitive Werkzeuge und sogar Schusswaffen benutzen. Doch keine Angst: auch der intelligenteste Zombie braucht noch eine halbwegs funktionierende
KI...
Dass die Versoftung von Filmen durchaus gelingen kann, bezeugen Spiele wie
The Chronicles of Riddick: Escape From Butcher Bay. LotD verfolgt dabei ein ähnliches Prinzip: denn auch hier wird nicht der Film selbst nachgespielt, sondern die direkte Vorgeschichte, die letztlich zu den Geschehnissen des Films führt. Das gibt den Entwicklern natürlich die nötige Freiheit, ohne sich allzu sehr von der filmischen Vorlage gängeln lassen zu müssen. So findet sich Maisbauer Jack auf der
Straße nach Fiddler’s Green, der letzten von (lebenden) Menschen bewohnten Bastion, die sich gegen die untote Schar zur Wehr setzt. Verantwortlich dafür zeichnet sich
Dr. Kaufmann, den Jack natürlich um jeden Preis finden muss...
Frösche auf Ecstacy – Gameplay

LotD greift spieltechnisch auf Altbewährtes zurück: Gesteuert wird genretypisch mit den WSAD-Tasten und der Maus bzw. einer anderen frei definierbaren Tastenbelegung. Herzstück des gradlinigen Shooters sind vor allem die zahlreichen Waffen, die Farmer Jack das Überleben erleichtern und untote Körperteile von den zugehörigen Kadavern spalten sollen. Das Repertoire setzt sich aus einigen mehr oder weniger effektiven Nahkampf-Prügeln zusammen, wie etwa Baseball- und Golfschläger, Werkzeuge oder Rohrstücke. Dazu gesellen sich diverse Schießeisen, darunter Glock, Revolver, die obligatorische Shotgun nebst M-16 und natürlich ein Scharfschützengewehr. LotD beschränkt sich vor allem auf gradliniges Shoot and Run-Gameplay: Zombies splattern, weiter hetzen, mehr Zombies splattern, mal ein Schlüsselchen suchen und wieder hetzen. Unzählige Schwächen trüben das Spielvergnügen maßgeblich und lassen die Atmosphäre schnell verfliegen. Die sog.
Karma-
Engine beispielsweise bietet nur rudimentäre Physik-Effekte, die Umgebung lässt wenig Raum für Interaktion – allenfalls Schubladen und Schranktüren lassen sich (jedoch recht unpräzise) öffnen und schließen.

Auch das
Ragdoll-System wirkt unfreiwillig komisch: getroffene Untote taumeln bei Treffern meterweise zurück, nur um nach ihrem (zweiten) Ableben auf dem Boden zu zucken wie ein untoter Frosch auf Ecstasy... Trefferzonen waren indes nicht zu finden: mal zerbröseln die Zombiehirne erst auf den dritten Kopfschuss, dann reichen schon zwei Treffer ins Bein, um den blutrünstigen Dödeln den Gar aus zu machen. Apropos Dödel: vermutlich aus Gründen der "Glaubhaftigkeit" wurde die KI gleich ganz weggelassen... Zwar nutzen die Zombies wie oben erwähnt auch mal Waffen, doch mehr als stur auf den Spieler zuzulaufen kriegen die blassen Burschen nicht auf die Reihe. Gemäß dem Szenario ist die Auswahl an Gegnern zudem auf die laufenden Toten beschränkt, die in Sachen Design zwar nett bzw. gruselig anzusehen sind, sich aber allzu schnell wiederholen. Wirkliche Spannung erzeugen allenfalls die äußerst rar gesäten Munitions- und Healthpacks, von richtigem Horror-Flair darf LotD nur träumen...
B-Movie-Horror – Graphik und Atmosphäre

Dazu trägt maßgeblich die Optik bei: technisch basiert das Spiel auf der mittlerweile ergrauenden
Unreal 2-Engine, entsprechend ist LotD kaum ein Augenöffner. Schon zum Release-Datum des Spiels (2005) wirkte die Graphik im Vergleich zur Konkurrenz eher antiquiert: detailarme
Texturen, Objekte mit geringer Polygonenzahl und spärlich gesäte "Spezialeffekte" – allenfalls die hübsch anzusehenden Feuer wissen zu gefallen. Überraschend passend wirken hingegen die Animationen der Figuren. Gut, Untote bewegen sich nun mal steif und holprig, so dass die Entwickler bei
Brainbox Games so gut wie nichts falsch machen konnten.... Auch soundtechnisch hätte dem Spiel etwas mehr Bandbreite gut getan: das Brüllen bzw. Grunzen der lebenden Toten wirkt zwar stimmig und mag durchaus auch mal Gänsehaut erzeugen, wiederholt sich aber viel zu schnell. Viel zu schwachbrüstig erklingen hingegen die Waffensounds. Auch Held Jack zeigt sich äußerst wortkarg, wie auch seine lebendigen Zeitgenossen, die selbst in den vorgerenderten Zwischensequenzen vor Schreck den Mund kaum aufbekommen. Immerhin ist die englische Synchronisation gut gelungen. Grausam: die musikalische Untermalung bewegt sich auf 80er Jahre B-Movie-Niveau, was die Suche nach der Mute-Taste schnell zum notwendigen Übel macht...
Seriously Undead – Missionen und Leveldesign

Was LotD an optischer Finesse fehlt, kann zumindest das Leveldesign in Ansätzen wieder gut machen. Vom Bauernhof mit zugehörigen Maisfeldern zu Beginn des Gemetzels führt das Spiel unter anderem durch eine verwinkelte Kanalisation, ein Krankenhaus, eine Polizeistation und ein Theater. Dank dieser zahlreichen Locations bleibt das Spiel einigermaßen kurzweilig und bietet zumindest in dieser Hinsicht die nötige Abwechslung. Zu einem Großteil beschränken sich die Missionsziele dabei aber auf das
Serious Sam 2-Prinzip und es gilt, Welle um Welle der grotesk entstellten Untoten zu überleben. Zusätzlich will meist ein entsprechender Schlüssel gefunden werden, der das Fortkommen zum nächsten Abschnitt durch eine der unzähligen verschlossenen Türen ermöglicht. Spannender gestalten sich da die selteneren
Levels mit gezielten Aufgaben: so muss beispielsweise ein Arzt aus dem versperrten Sicherheitsbereichs des Krankenhauses befreit, oder Kollege
Oatis auf snipernde Art und Weise vor einem untoten Weiterleben bewahrt werden. Gesäumt werden die einzelnen Missionen von kleinen Rätseleinlagen, die vielleicht einen Zombie zum Grübeln bringen, geübte Spieler aber kaum länger als ein paar Augenblicke beschäftigen. Ab und an darf an vorgesehenen Stellen sogar ein stationäres Geschütz benutzt werden, um die Zombiehorden in Schach zu halten... Doch insgesamt wird der Titel bis auf wenige Ausnahmen seinem Budget-Dasein gerecht: langatmig, monoton und abgesehen vom höchsten Schwierigkeitsgrad sogar für Neulinge im Gerne unterfordernd...
Legion of the damned – Multiplayer

In Anbetracht der faden
Singleplayer-Kampagne überrascht der
Multiplayer mit reichlich Abwechslung und macht für eine flotte Runde durchaus Spaß. Zwar lassen die verfügbaren Spielmodi
Deathmatch,
Team-Deathmatch,
Capture the Flag und
Invasion ebenso an Standartkost denken, doch das irrt: Denn unabhängig vom gewählten Modus sind alle Karten von KI-kontrollierten (?!) Zombies bewohnt, die als zusätzliches Frag-Futter oder auch mal als bewegter Schutzschild dienen... Richtig Laune macht der Invasion-Modus: hier sieht sich ein kooperierendes Team von Spielern wahren Horden von Untoten gegenüber, die auf jede nur erdenkliche Art endgültig in Jenseits befördert werden wollen... Die
Maps bestehen größtenteils aus modifizierten Varianten des Einzelspieler-Parts, doch vor allem mit
Patch v1.1 wurden etliche neue nachgereicht. Empfehlenswert sind vor allem der
Friedhof und die
U-Bahn-Station, die sich Dank der fehlenden Kopierschutzmechanismen hervorragend für eine schnelle Partie in häuslicher
LAN-Runde eignen...
Anhang – Romero’s Zombie-Filme
- 1968: Night of the Living Dead (
Die Nacht der lebenden Toten)
- 1978: Dawn of the Dead (
Zombie)
- 1985: Day of the Dead (
Zombie 2)
- 2005: Land of the Dead (
Land of the Dead)

Im Jahre 2003 wurde
Dawn of the Dead von Regisseur
Zack Snyder neu verfilmt und erfreute sich (für einen Zombie-Streifen) recht guter Kritiken. Empfehlenswert sind auch die Komödien
Shaun of the Dead (England, 2004) und
Die Nach der lebenden Loser (Deutschland, 2005). Romeros Kultfilme erlangten ihren Status vor allem durch die starken politischen Bezüge und ihren sozialkritischen Kontext. Wer sich selbst davon überzeugen will, dem sei sein Erstingswerk wärmstens empfohlen: Night of the Living Dead ist heute frei von Copyright-Rechten, und damit als public domain kostenlos verfügbar. Folgender Link führt zur entsprechenden Wiki-Kategorie, wo sich Bilder und auch Download-Verweise finden. Der gesamte und ungekürzte Film ist in unterschiedlichen Formaten, sogar in DVD-Qualität (4,1 GB), erhältlich.
Zur Wiki-Kategorie...
Testsystem:
- Intel Core 2 Duo E6600
- 2048 MB RAM
- nVidia GeForce 8800 GTX