Es mag schwierig erscheinen, einen Film, der hauptsächlich von seinen Dialogen und ein paar wenigen dramatischen Szenen lebt – in ein Spiel umzusetzen. Doch Knackpunkt von
Reservoir Dogs sind die vielen unbeantworteten Fragen, die der Film offen ließ. Denn genau hier setzten die Entwickler von
Volatile Games an: Was geschah mit
Mr. Blue nach der Diamanten-Übergabe? Wie konnte
Mr. Blonde entkommen? Hat
Mr. Pink am Ende des Films überlebt?
Reservoir Dogs beginnt in der ominösen Lagerhalle, in der später auch alles enden soll. Dort wird man in einem Tutorial mit den grundlegenden Funktionen des Spiels vertraut gemacht, von denen es einige gibt. In der
3rd-Person-Perspektive steuert man den jeweiligen Gangster durch die Levelabschnitte (Springen ist leider nicht möglich), wobei zwei Vorgehensweisen möglich sind: als
Psychopath oder als
Professional.

Ersteres bedeutet schlichtweg, dass man sich schnurstracks durch alle auftauchenden Gegner ballert. Dies ist für einen Shooter recht simpel gehalten: ein Linksklick führt zum Abfeuern der Waffe, mit einem Klick rechts wird gezielt, so dass das Fadenkreuz "einrastet". Man kann also nicht mehr daneben schiessen (lässt sich im Optionsmenü glücklicherweise abwählen).

Der Professional ist da etwas umsichtiger: er nimmt sich umstehende Passanten als Geisel und versucht auf diese Weise, Polizisten zur Aufgabe zu bewegen. Um etwas mehr Druck zu machen, zieht man der Geisel auf Knopfdruck mit dem Pistolenkolben eins über und brüllt die Polizisten an. Legen die dann ihre Waffen nieder, lassen sie sich zu einer Wand dirigieren und schließlich unblutig ausser Gefecht setzen. Natürlich fungieren die armen Geiseln dabei auch als Schutzschild vor feindlichem Beschuss...

Je mehr Polizisten man um die Ecke gebracht und je mehr Geiseln erfolgreich als Druckmittel eingesetzt wurden, umso höher steigt der Adrenalinspiegel des Gangsters. Ist der Balken dann auf sein Maxiumum angewachsen, kann man auf Knopfdruck das sog.
Bullet Festival auslösen: umringt von Gegner en masse zieht der Gangster seelenruhig seine Ray Ban-Sonnenbrille aus der Tasche und perforiert in Zeitlupe die beinahe hilflosen Gegner...

Richtig Laune macht die zweite Missionsart von
Reservoir Dogs: Verfolgungsjagden im Auto. Rund ein Drittel der Levels ist man damit beschäftigt, mit Vollgas – und dennoch möglichst unbeschadet – durch die Straßen zu heizen, verfolgt von Cops in Streifenwagen und / oder Helikopter. Missionsziel ist es dabei stets einfach von Punkt A nach Punkt B zu gelangen, in einem Stück, gegen die Zeit, oder unter Verfolgung...