CyberMage: Darklight Awakening war nach dem Klassiker
System Shock ein weiteres Spiel von
Origin Systems, welches in der First-Person-Perspektive stattfand. Für
CyberMage stand
D.W.Bradley Pate, der für seine Werke im
Dungeon Lords und
Wizardry-Universum bekannt ist – eine Erklärung dafür, weswegen dieser Shooter auch Rollenspieler begeistern konnte. Was nun aber genau
CyberMage zu keinem 08/15-DOOM-Klon machte, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.
Die Story
Im Jahre 2044 haben Multikonzerne die eigentlichen Regierungen abgelöst und sich eine absolute Kontrolle über die Gesellschaft

erarbeitet. Die konkurrierenden Konzerne geraten in einem Forschungswettrüsten zu interessanten Erkenntnissen; so ist es beispielsweise möglich, einem Menschen Neuroimplantate oder mechanische Körperteile zu verpassen. Diese neuen Möglichkeiten werden aber nicht dazu genutzt, die Menschen zu unterstützen und zu entlasten – im Gegenteil, dank den schnelleren und stärkeren Menschen mit Implantaten wird eine Rebellion der normalen Bürger im Keim erstickt. Aus einem Grund, den ich hier wegen der spannenden Storyline von
CyberMage nicht preisgeben möchte, wird der Hauptprotagonist ebenfalls zu einer Menschmaschine transformiert und der Spieler darf herausfinden, weswegen dies geschah.
Die Grafik
CyberMage lässt sich sowohl in 320x240, als auch in einer 640x480 Pixel Auflösung spielen. Die letztere Wahl sieht bedeutend besser aus, war zur damaligen Zeit aber ein echter Hardwarefresser.
CyberMage strotzt nur so von feschen Texturen – ob nun in einem Laboratorium oder in technologisch weit fortgeschrittenen Gebäuden:
CyberMage war damals eine wahre Augenweide, denn auch alle Personen und Monster sind schön detailliert designed und fließend animiert.
Gespielt wird in der First-Person-Ansicht, mit einem für das Genre typischen Interface am unteren Ende des Bildschirms, ebenso wie die aktuelle Waffe dort angezeigt wird. Stets sichtbar ist die wichtigste Anzeige mit Lebensenergie und "Power" – aber dazu später mehr.
Der Sound
Eine große Stärke von
CyberMage sind die Soundeffekte und die musikalische Untermalung. Während die Musik stimmungsvoll und der jeweiligen Situation angemessen ist, glänzen bei den Sounds vor allem die Sprachsamples – denn in diesem Spiel gibt es Sprachausgabe.
Ob nun die Schrittgeräusche, die Waffen oder die Stimmen, die je nach Entfernung lauter oder leiser werden, all dies trägt dazu bei, die Atmosphäre in
CyberMage so realistisch wie möglich zu halten.
Die Waffen
Zu Beginn des Spiels hat der Spieler keine Waffen und muss auf seine magischen Kräfte vertrauen. Wenn der Spieler ohne Waffe kämpft, wird anstatt zum Beispiel einer Pistole nur eine Hand eingeblendet, welche in einem schicken Handschuh steckt. Hiermit kann der Spieler

seine Kräfte ("Power") einsetzen.
Das Nutzen dieser Kräfte kostet widerum "Power", welche sich jedoch langsam immer wieder aufläd. Im Laufe des Spieles wird – als eine Art Belohnung für Erfahrungspunkte – die maximale "Power" raufgesetzt, ähnlich wie in fast allen Rollenspielen.
Bezüglich der Waffen wird eine ausgewogene Mischung aus Nahkampf-, Projektil- und Energiewaffen präsentiert. Während einige der im zweistelligen Bereich vorhandenen Waffen bei getöteten Gegnern gefunden werden können, gibt es in
CyberMage auch die Möglichkeit, Waffen käuflich zu erwerben – zu diesem Zeitpunkt eine spielerische Sensation. In der Stadt bietet sich anhand von Shops natürlich auch die Gelegenheit, Munition und Lebensenergie zu kaufen.
Das Geld
Geld ist natürlich nicht so wichtig wie die Lebensenergie oder „Power“ des Spielers, es nimmt dennoch einen hohen Stellenwert ein, da es sich oftmals lohnt, ein bisschen Energie zu kaufen, bevor es ins nächste Gefecht geht. Der Spieler hat mehrere Möglichkeiten um solvent zu bleiben: Es ist sowohl möglich, in einer Arena auf Gladiatoren zu wetten, als auch in den Absteigen der Stadt an Einarmigen Banditen zu spielen. Die allerletzte (und makaberste) Lösung an Geld zu kommen, bedeutet sein Blut an ein Krankenhaus zu verkaufen und daraufhin dauerhaft Lebensenergie zu verlieren. Nur reicher ist man eben.
Die Steuerung
CyberMage steuert sich ähnlich wie andere Shooter zu dieser Zeit. Selbstverständlich gibt es auch hier alle normalen Bewegungsabläufe, die für Shooter üblich sind, aber zwei Besonderheiten möchte ich

nicht unerwähnt lassen:
Zum einen kann der Spieler klettern und springen, verliert aber aufgrund seiner physischen Veränderungen keine Energie, wenn er aus einer etwas höheren Position stürzt.
Zum anderen gilt es im Spiel Jetpacks einzusetzen. So schön wie in
Duke Nukem 3D oder
Tribes Vengeance geschieht dies hier allerdings nicht, die Jetpacks sind mehr eine kleine Hilfe, um Distanzen zu überbrücken, die mit einem normalen Sprung nicht bewältigt werden können.
Ebenfalls klasse ist die Idee, Fahrzeuge in das Spielgeschehen zu integrieren. Der Spieler hat die Möglichkeit, Luftfahrzeuge und Panzer zu besteigen, jedoch nur an dafür vorgesehenen Stellen in bestimmten Leveln. Der Panzer macht seinem Namen alle Ehre und sorgt für faire Kämpfe, wenn der Spieler auf andere Fahrzeuge trifft; das Luftfahrzeug hingegen dient hauptsächlich dem Transport des Helden zu Stellen, die fernab vom Boden liegen und sonst nicht erreicht werden könnten (auch nicht mit einem Jetpack).
Der Vollständigkeit halber möchte ich noch erwähnen, dass
CyberMage auch mit dem Joystick gespielt werden kann.
Das Gameplay
CyberMage beinhaltet viele Charaktere, von denen einige unmittelbar mit der Story verbunden sind, leider aber fallen die Dialoge sehr monoton aus: Die NPCs (Non-Player-Characters) reden, der Spieler hört zu. Alle Dialoge werden in einem Logbuch gespeichert und können bei Bedarf erneut durchblättert werden. Diese Gespräche geben dem Spieler oftmals interessante Informationen und heizen so die Story an. Ebenso wichtig sind die Gespräche aber auch wegen der ID-Karten, die der Spieler immer wieder benötigt, um verschlossene Aufzüge oder Türen zu öffnen. Insgesamt gestatten die Dialoge dem Spieler, sich tief in das Spielgeschehen ziehen zu lassen und garantieren eine damals einzigartige Einheit aus spielerischen Neuerungen und facettenreicher Atmosphäre in rauer Umgebung.