Während manch 12-jähriger seine erste Zigarette raucht, mit Freunden abhängt oder so langsam die wachsenden Rundungen seiner Mitschülerinnen interessant findet, hatte
Ken Silverman ein ganz anderes Vorhaben: Er programmierte seinen ersten 3D-Shooter mit seiner eigenen Engine:
Kens Labyrinth.

Die Engine selbst kennt jeder von euch, sie war nämlich in neuerer Version auch beispielsweise bei
Rise of the Triad: Dark War und
Duke Nukem 3D im Einsatz. Richtig gehört:
Ken Silverman, ein 12-jähriger Junge aus den Staaten, programmierte diese Engine eigenhändig und kontaktierte mit Hilfe seines Vaters mehrere Firmen um sein Spiel zu veröffentlichen.
3D Realms Entertainment antwortete, unterstützte
Ken Silverman und lizensierte die Engine dann sogar, da man ihr enormes Potential erkannte.
Die Fantasien eines Kindes
Wie man sich vorstellen kann, gibt es in
Kens Labyrinth keine tiefgründige Geschichte zu erzählen. Es geht darum, dass bösartige, ausserirdische Wissenschaftler Lebewesen von anderen Welten entführen und in ein Labyrinth voller Monster sperren. Als die Aliens auf der Erde ankommen, nehmen sie den Hund des Spielers und den Spieler selbst mit - was bedeutet, dass der Spieler entkommen und seinen Hund finden muss.
In
Kens Labyrinth befindet man sich konstant in geschlossenen Räumlichkeiten, perspektivisch ähnlich eckig und grob texturiert wie bei
Wolfenstein 3D. Die Level sind teilweise gigantisch

groß und nicht nur durch stumpfes Laufen und Schiessen zu schaffen - der Ausgang kann nur erreicht werden, wenn mit der Umgebung interagiert wird. So gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, sich durch Warptore an andere Stellen auf den Maps teleportieren zu lassen. Ausserdem sollte man sich - der Name des Spieles sagt eigentlich alles - gut merken, wo man eigentlich schon war und welcher Gang denn noch erkundet werden muss.
Spinnen und anderes Getier
Auch wenn die Gegner keine Intelligenzbestien sind und lediglich laufen und angreifen können, so sind sie dennoch sehr abwechlsungsreich - abwechslungsreicher als im weiter oben erwähnten
Wolfenstein 3D. Fliegende Köpfe mit Flügeln, Spinnen, Roboter, Giganten mit Metallköpfen und andere ähnlich schaurige Gestalten bedrohen den Spieler; wie gesagt, fantasievoll ist er gewesen, der liebe Ken.

Zu den Waffen gibt es nur wenig zu sagen. Wieso sich der fleissige Programmierer als Standardwaffe eine rote Schleimbrocken verschiessende Waffe ausgedacht hat, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben. Der Schleim könnte optisch übrigens auch einem Pfund Gehacktem entsprechen, aber wenigstens hilft er gegen die meisten Gegner im Spiel.
Alles in OpenGL und "4 free"

Wichtig wäre zu erwähnen, dass dieses Spiel mittlerweile (bzw. schon länger) als kostenloser Download existiert. Runterladen könnt ihr euch
Kens Labyrinth hier.
Später gab es noch die Möglichkeit, eine OpenGL-Version zu spielen. Das Game blieb selbstverständlich gleich, nur sah die Grafik einfach um Längen besser aus.