Nun ja, das Ägypten-Szenario. Bezogen auf Filme sicherlich ausgelutscht und durch aktuelle Vertreter wie "Die Mumie" nur kurzzeitig wieder interessant, auch wenn die Zeit der Pharaonen für Jung und Alt schon immer eine mystische Welt voller Geheimnisse war.
Prominente Ägyptenvertreter auf Konsolen und am PC hingegen sind spärlich gesät, hier wäre zum Beispiel "
StarGate" für das Super Nintendo zu nennen. Und eben
Exhumed, welches im Jahre 1997 für den Sega Saturn, die Sony Playstation und auch für den heimischen PC veröffentlicht wurde.
Attacke auf Karnak

Ende des 20. Jahrhunderts befallen und besetzen unbekannte Wesen die große ägyptische Vorzeigestadt
Karnak und beginnen sogleich, die umliegenden Städte und Länder anzugreifen. Die besten Elitesoldaten und Kampftruppen der Welt werden ausgesandt, um der geheimnisvollen Macht die Stirn zu bieten, aber keiner von ihnen kehrt je in die Heimat zurück. Der Spieler übernimmt die Rolle eines wagemutigen Kämpfers, eine Mischung aus Rambo und Indiana Jones, und tritt als letzte Hoffnung der Menschheit gegen die Wesen an, die in Karnak ihr Hauptquartier zu haben scheinen.
Altbacken oder modern?

Als erstes fällt in dem für Shooter untypischen Ägyptenszenario auf, dass eine zeitliche Zuordnung nur anhand des Spielgeschehens kaum eindeutig ausfallen kann. Während der Spieler zwar mit modernen Waffen wie Pistolen, einem M60-Maschinengewehr und einem Flammenwerfer kämpf und laut Anleitung mit einem Hubschrauber nach Karnak gelangt, laufen dort Pharaonen umher und jedes Level präsentiert sich als düsteres Bauwerk, welches am ehesten Gräbern oder Pyramiden ähnelt.
Wie auch immer, wir machen uns auf die dreidimensionale Suche nach... dem Ausgang eines jeden Level, denn alleine das ist, kombiniert mit dem Töten aller uns begegnender Monster, unsere Aufgabe. Aber halt, so simpel ist
Exhumed dann doch nicht: Jedes Level kann nur komplett erkundet werden, wenn der Spieler Artefakte einsammelt, die das Vorankommen überhaupt erst ermöglichen.
So gibt es ein Artefakt, welches uns eine enorme Sprungkraft beschert, womit wir auf Vorsprünge gelangen, die uns sonst verwehrt bleiben würden ("Sandals of Height"). Ebenso vermag der Spieler mittels besagter Artefakte unbeschadet über Säure zu laufen oder kurzzeitig zu schweben. Etwas unglücklich ist jedoch die Umsetzung gelungen, denn die erst durch das Einsetzen der Artefakte erreichbaren Areale liegen stets am Anfang eines jeden Level, was bedeutet, dass der Spieler sich mehrfach durch das gesamte Level kämpfen muss – hin und her. Dass die Gegner Respawnen, macht die Sache auch nicht einfacher.
Aber wie bereits angesprochen, ist und bleibt das Ziel einfach nur, das Level zu beenden –
Exhumed ist ein sehr linearer Shooter.
Der Duke als grafisches Grundgerüst

Präsentiert wird
Exhumed durch die gute alte Build-Engine von
Ken Silverman, die auch schon in Spielen wie
Duke Nukem 3D und
Blood zum Einsatz kam. Mit heutigen Spielen ist die Grafik natürlich nicht zu vergleichen, zu seiner Zeit aber war das ägyptische Ausnahmeprodukt eine echte Augenweide. Was
Exhumed zu etwas Besonderem macht, ist die aussergewöhnliche Levelarchitektur – hier hat sich jemand richtig Mühe gegeben. Die Level bieten mehrere Etagen, Unterwasserhöhlen und Schluchten, die es zu erkunden gilt. Die Texturen der Umgebung sind für die damalige Zeit schön scharf und sogar Lichteffekte, die man in
Duke 3D so noch nicht sah, gibt es zu bestaunen.

Die Gegner bestehen aus zweidimensionalen Sprites und sind allesamt liebevoll designed und animiert. Ob uns nun Spinnen, vieräugige Monster oder Anubis höchstpersönlich angreift, die Gegnerpalette war den Grafikern anscheinend wichtig. Weniger wichtig war zu dieser Zeit – wie bei den meisten alten Shootern – die KI, denn auch hier können die Gegner nicht viel mehr als auf den Spieler zulaufen und angreifen.
Desweiteren gibt es noch die Möglichkeit, eine Automap zu aktivieren. Diese kann entweder separat angesehen werden, oder aber transparent über das Spielgeschehen gelegt werden - vorbildlich.
Orientalische Klänge
Noch ein paar kurze Worte zu den auditiven Eindrücken, die
Exhumed hinterlässt: Das gesamte Spiel wird untermalt von ägyptischen Klängen, die viel zur Atmosphäre beitragen. Waffengeräusche, Schreie der Gegner und das Knarren der Türen sind allesamt passabel und fügen sich gut ins Gesamtbild ein.
Powerslave?
Nur um den Artikel zu vervollständigen: In den USA gibt es
Exhumed unter dem Namen "
Powerslave". Weswegen das Spiel nicht überall den gleichen Titel trägt, entzieht sich meiner Erkenntnis.