Im Jahre 1994 entschied sich
Capstone Software dazu, einen
Wolfenstein 3D-Klon auf den Weg zu schicken, die Shooter-Welt zu erobern. Als grafisches Grundgerüst wurde die Wolf3D-Engine genutzt und das Szenario einige Jahre in die Zukunft versetzt. Fertig war
Corridor 7, ein recht netter Sci-Fi-Shooter – nicht mehr und nicht weniger.
Die Story: Aliens.
Im Jahre 2012 ist es endlich möglich, den Mars zu bereisen. Wissenschaftler kehren von ihrem ersten Ausflug auf dem roten Planeten zurück zur Erde und bringen ein Artefakt mit, welches der Beweis für Leben

sein soll. Das Objekt wird in einer Untersuchungsstation untergebracht, welche „Corridor 7“ heisst und tief im Inneren einer riesigen Anlage liegt. Unter radioaktiver Bestrahlung aktiviert sich das Artefakt und öffnet ein Portal, welches die Erde mit einem fremden Planeten verbindet. Somit beginnt die Invasion der Erde und der Spieler, ein Spezialagent, soll das Problem aus der Welt schaffen.
Das Gameplay: Altbekannt.
In
Corridor 7 wird auf altbekannter Art und Weise gekämpft – in der First-Person-Perspektive und mit der Waffe stets im Anschlag. Mit mehreren Waffen, von einer kleinen Laserpistole bis zu dicken Energie-Wummen, kämpft sich der Spieler durch labyrinthartige Gangsysteme, die allesamt futuristisch anmuten und voll von bösartigen Außerirdischen sind, welche keinen Spass verstehen und nach allen Regeln der Kunst auf den Spieler eindreschen und schießen.
Jedes Level spielt sich nach dem gleichen Schema ab: Verlasse den Aufzug, vernichte so viele Aliens wie möglich auf deinem Weg zum nächsten Aufzug, betrete diesen und fahre weiter.
Die Waffen: Futuristisch.
In
Corridor 7 warten hauptsächlich fantasievolle Energiewaffen auf den Alien tötenden

Spieler. Die Standardwaffe, der oben erwähnte „Teaser“, hat unendlich Munition und eignet sich für schwächere Gegner oder auf mittlere Distanz.
Die Waffen unterscheiden sich in Reichweite und Stärke, so streut die gute alte Shotgun großzügig ihren Schrot, während Laserkanonen einen konzentrierten Strahl auf den Gegner schleudern. Energie und Munition gibt es in vielen Räumen und bei erledigten Gegnern aufzusammeln.
Die Grafik: Schnörkellos.
Eine weiterentwickelte Wolf3D-Engine sorgt heutzutage nicht grade für ein wohliges Kribbeln im Bauch,
Corridor 7 bietet aber abwechslungsreiche und farbenfrohe Texturen an Wänden und Gegnern. Alle Gegenstände und Gegner sind zweidimensionale Sprites, welche leider kantig und in ihren Animationen sehr eingeschränkt sind.
Die Farbe, die auf dem Boden nach erfolgreichen Beenden eines Levels zu sehen ist, ist rot. Die Gegner bluten wie die Irren, Leichen bleiben nach ihrem Ableben liegen und erzeugen so ein schauriges Bild – wie in einem Science-Fiction-Film. Unter anderem gibt es fliegende Augen, dick bewaffnete Riesen in diversen Farben und Schleimklumpen, die zu einem großen Maul werden, sobald man ihnen zu nahe kommt.
Die Steuerung: Ausgezeichnet.
Corridor 7 steuert sich wie seine Brüder
DOOM,
Heretic und eben
Wolfenstein 3D: Laufen,

Schießen, Türen öffnen, Hebel betätigen. Einzig die Nachtsichtfunktion ist eine Funktion, die es zu dieser Zeit in kaum einem anderen Shooter gab. Außerdem kann der Spieler Minen einsammeln und – besonders praktisch, wenn man von Aliens verfolgt wird – auf dem Boden platzieren. BOOM!
Der Multiplayermodus: Vorbildlich.
Corridor 7 kann sowohl über LAN als auch im Internet gespielt werden – kein Scherz,
Capstone Software baute in seiner 1995 erhältlichen Sonderedition einen Internetsupport ein. Im obligatorischen Deathmatch können sich bis zu 8 Spieler bekriegen, und das nicht nur als Mensch, sondern auch als Alien.