Kaum ein Shooter-Gamer, dem es beim Namen Soldier of Fortune (kurz: SoF) nicht verheißungsvoll in den Ohren klingelt. Die ersten Teile der Serie, Soldier of Fortune und Soldier of Fortune 2: Double Helix, genießen in der Community schon längst Kultstatus und werden auch heute noch gerne und ausgiebig gezockt. Wenig verwunderlich, dass das Mitte 2007 von Activision angekündigte Sequel für Furore sorgte. Skepsis war jedoch angebracht, als bekannt wurde, dass Raven Software, die für die ersten beiden Teile verantwortlich zeichneten, nicht beteiligt sein würden. Im Gegenzug sollte das (qualitativ) eher im Mittelfeld angesiedelte polnische Studio Cauldron für die Rückkehr des Soldier of Fortune auf den heimischen Bildschirm sorgen. Ob das eine gute Idee war, zeigt unser Review. Eines ist jedenfalls klar: Heute ist Zahltag...
Soldier of Öl-Pipeline – Hintergrund und Story-Line

Wer noch mit Graus an die hanebüchene Science-Fiction-Story des deutschen (!) Vorgängers (siehe Screenshot links) zurückdenkt, der sei beruhigt. Zumindest die englische Originalfassung des dritten Teils beschränkt sich auf ein
SoF-typisches Verrats- und Vergeltungsszenario, welches
John Mul... Nein, halt. Wer ist eigentlich
John Mullins? Allem Anschein hat sich
Der Shop, eine berüchtigte Söldnerorganisation sowie Dreh- und Angelpunkt der beiden Vorgänger, von seinem besten Mann getrennt. Und steckt den Spieler prompt in die virtuelle Haut von Agent
Thomas Mason. Der soll die gewaltsamen Methoden eines dubiosen Konzerns überprüfen, der gegen den Willen der Zivilbevölkerung und der Regierung eine Öl-Pipeline durch China bauen will. Doch schnell stellt sich heraus, dass es nicht alle Mitarbeiter des Shops mit der Loyalität allzu genau nehmen. Zeit für Mason, die Drahtzieher dieses Komplotts zur Strecke zu bringen... wenn nötig... ach was,
auf jeden Fall mit Waffengewalt!
Soldier of Checkpoint-System – Gameplay

Müsste man das Gameplay von
Sof 3: Payback in zwei Worten beschreiben, wären das wohl
Blut und
Körperteile. Doch keine Sorge, etwas detaillierter soll es schon sein. Die Steuerung entspricht der genre-üblichen Maus-Tastatur-Kombo, verzichtet aber unverständlicherweise auf die Möglichkeit, sich seitwärts zu lehnen – was angesichts der zahlreichen Widersacher dringend notwendig wäre. Denn die bösen
KI-Buben verschanzen sich zumeist hinter Deckung und treffen zielgenau wie die Jahrestagung des Schützenvereins. So werden die finsteren Gesellen in größeren Gruppen schnell zur ernsthaften Bedrohung... Und werden umso bedrohlicher, wenn man sich auf die (vergebliche) Suche nach der
Quicksave-Taste begibt. Die tauschte Entwickler
Cauldron nämlich kurzerhand gegen ein recht unfreundliches Checkpoint-System. Segnet
Mason allzu früh das Zeitliche, müssen teils recht lange Abschnitte erneut gezockt werden. Doof, denn so wird das im Grunde recht kurze Spiel künstlich in die Länge gezogen... Eine hohe Frustresistenz ist hier definitiv von Vorteil!

Ähnliches gilt für die übermächtigen Bossgegner, die am Ende jedes Abschnitts lauern: deren Energiereserven liegen jenseits von Gut und Böse und stehen Zielgenauigkeit und Schadensausmaß in nichts nach... Medipacks sucht man ebenso vergebens, allerdings sind diese Dank des an
Call of Duty 4: Modern Warfare angelehnten Health-Systems auch gar nicht nötig. Nach mehreren Treffern färbt sich der Bildschirm zunehmend rot, dann gilt es, schnell ein ruhiges Plätzchen zu suchen und neue Kräfte zu sammeln. Für die nötige Orientierung sorgt ein graphischer Marker, der neben der Richtung auch die Entfernung zum nächsten Ziel zeigt (an dem sich meist auch der nächste Speicherpunkt findet)...
Jeweils vor Beginn der insgesamt fünf Missionen erhält Mason durch seine Kontaktperson im Shop –
Cassandra Decker – ein kurzes Briefing, in dem die Missionsziele kurz (!) erläutert werden. Dann wartet die
Waffenkammer, die im Laufe des Spiels rund 30 Schießeisen bereithält. Die meisten davon lassen sich zusätzlich mit allerei Gimmicks Marke Zielfernrohr, Granataufsatz oder Schalldämpfer verbessern. Cool!
Soldier of Indizierung– Gewaltdarstellung und Zensur

Wie schon im vorigen Abschnitt angedeutet, geizt
SoF 3: Payback nicht mit drastischer und recht herber Gewaltdarstellung. Es verwundert also wenig, dass die ungeschnitte Fassung aus England oder den Staaten bereits einen Tag nach Verkaufsstart in deutschen Landen auf dem allseits bekannten Index landete. Wie es um eine deutsch lokalisierte Fassung steht, ist indes noch unklar – allerdings ist mit deutlichen Zensuren ähnlich dem Vorgänger zu rechnen. Neben dem (gelungenen)
Ragdoll-System spritzen im dritten Teil abermals riesige Fontänen Pixelblut aus den virtuellen Wunden der Gegner. Die meisten Treffer bedeuten zudem den Verlust eines oder mehrerer Körperteile – samt Polygon-Rübe, sollte die sich zufällig in der Schussbahn befinden... Einmal getroffen, schleppen sich die animierten Todeskanditaten wehklagend über den Boden, um dann elendiglich zu verenden... Besonders "effektiv" ist in dieser Hinsicht auch der Einsatz von Granaten – auf virtuelles Gedärm wurde aber verzichtet. Übertrieben realsitisch mutet das "Schadenssystem" zwar nicht an, für Kinderhände ist
SoF 3:Payback aber definitiv ungeeignet! Anschauungsmaterial findet sich im
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