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Extremitätenragout
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Ein blutiges Sci-Fi-Actionspiel, das wie eine Mischung aus Das Ding aus einer anderen Welt (Infos) und Event Horizon (Infos) anmutet, eine Grafikleistung auf aktuellem Niveau bietet und auch in Deutschland absolut ungeschnitten auf den Markt kommt. Hört sich vielleicht an wie ein Traum, ist aber die Wirklichkeit. Mit Dead Space erschien am 06. November 2008 ein Spiel, das mit seinen Schockeffekten die etwas angestaubten Konkurrenten (DOOM 3, F.E.A.R.) in die Tasche stecken möchte. Ob dies gelingt, worin die Stärken des Sci-Fi-Horrors liegen und wieso auch ein schöner Rücken entzücken kann, erfahrt ihr jetzt und hier in unserem Test!


Ab ins All – Die Vorbereitungen
Erst mal ein paar Worte zu den technischen Bedingungen: Dead Space frisst nach abgeschlossener Installation gute sieben GigaByte eures Festplattenspeichers und startet ungewohnt schnell – ja, schnell. Es dauert nur wenige Sekunden, bis der Spielbildschirm erscheint und erste Einstellungen an Grafik, Sound und Steuerung vorgenommen werden können. All dies geschieht zwar recht komfortabel, erinnert aber an die Steuerung von Konsolenspielen. Oder anders ausgedrückt: Im Optionsmenü merkt man Dead Space deutlich seine "Konsolenherkunft" an. Und nicht nur hier.

Das Spiel an sich startet mit einem Vorspann in Ingame-Grafik. Wir befinden uns in einem kleinen Transportschiff, dass durch die Weiten des Weltalls schwebt und nach abgeschlossenem zur Screenshot-Galerie von Dead SpaceHyperraumflug in die Nähe des Abbauschiffs USG Ishimura navigiert. Die Ishimura ist das größte Abbauschiff seiner Klasse und zählt zu den Weltenzerstörern, den sogenannten "Planet Crackern"; also zu den Schiffen, die aus ganzen Planeten wichtige Rohstoffe kloppen. Der Kontakt mit dem Schiff ist gänzlich abgerissen und wir sind nun mit unserer Kollegin, einer Wissenschaftlerin, und militärischer Begleitung dort, um nach dem Rechten zu sehen. Nach einer Bruchlandung im Hangar des Schiffes erhebt sich unsere Spielfigur aus seinem Sitz und wir übernehmen die Kontrolle im vielleicht besten Sci-Fi-Horror-Spiel des Jahres.


Ich steh völlig neben mir
Der Beginn des Spiels steht ganz im Zeichen der Umgewöhnung, denn weder in altbekannter First-Person-, noch in typischer Third-Person-Ansicht wird gespielt. Eher schwebt die Kamera neben dem Protagonisten, ein Stück nach hinten versetzt. Also befindet sich Isaac, so der Name des wortkargen Ingenieurs, immer seitlich am Bildschirmrand und niemals mittig wie bei Genrekollegen üblich. Dies wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich und spielt sich in den ersten Minuten auch etwas eigenartig, geht aber nach einer kurzen Eingewöhnungszeit in Fleisch und Blut über.

Und die Worte "Fleisch und Blut" nutze ich als äußerst plumpes Wortspiel und Überleitung zum eigentlichen Thema: Monsterschnetzeln. Nicht Monsterschnitzel, obwohl dies sicher auch eine zur Screenshot-Galerie von Dead Spaceschöne Sache wäre. Auf dem Weg nach den Antworten auf die Frage, wieso der Kontakt mit dem Raumschiff ausgefallen ist und keine Crew euch willkommen heißt, begeben wir uns in Gestalt des Isaac durch vorwiegend düstere Gänge, deren trist-graues Dasein nur von roter Farbe aufgepeppt wird – von viel roter Farbe. Gesteuert wird mit Maus und WASD-Tasten. Zusätzlich kommen einige weitere Tasten zum Einsatz, die Menge der für das Spielen notwendigen Befehle bleibt aber überschaubar.

Die absolute Besonderheit an Dead Space ist die Tatsache, dass es keinerlei Anzeigen für Lebensenergie oder Munition gibt – kein nervendes Symbol stört den atmosphärischen Spielgenuss. Dies wird möglich gemacht durch den Anzug unseres Helden. Er zeigt, wie man auf den Screenshots gut sehen kann, entlang der Linie der Wirbelsäule die Lebensenergie und rechts daneben die Energie für den eure Sonderfähigkeiten - mehr dazu später. Mit einem Druck auf die rechte Maustaste zielen wir mit der aktivierten Waffe in Richtung Fadenkreuz, wodurch wir gleichzeitig die verbliebende Munition direkt an der Waffe einsehen können. Alle anderen Funktionen des Anzugs – die Karte der Umgebung, das Inventar, Funksprüche, Videoübertragungen – sehen wir auf einem Hologramm, das direkt von unserem Anzug in die Mitte des Bildschirms projiziert wird. Dies alles wirkt sehr durchdacht und funktioniert auch tadellos.

Wir sprachen vorhin kurz von der "Konsolenherkunft". Um nochmals drauf einzugehen: Nicht nur das Optionsmenü steuert sich wie mit einem Gamepad, auch das Inventar ist auf der Konsole leichter zu bedienen als am PC. Besonders deutlich wird die Entwicklung für mehrere Plattformen bei den Speichermöglichkeiten: Freies Speichern ist nicht gewünscht – dafür stehen zig Speicherstationen zur Verfügung, die fair verteilt sind und den Frustfaktor sehr niedrig halten.


Vier Extremitäten sollt ihr sein
Die optische Präsentation von Dead Space ist bis auf ein paar kleine Schnitzer voll auf der Höhe der Zeit. Die Texturen sind knackig scharf, die Effekte vorbildlich in Szene gesetzt. Die Animationen der Spielfiguren können ebenfalls voll überzeugen. Lediglich die Physikengine schwächelt ab und an, was vor allem dann auffällt, wenn abgetrennte Extremitäten der Aliens auf dem Boden eines Aufzugs oder sonst einer beweglichen Ebene liegen - dann erlebt ihr ein hektisch-wildes Gezappel, das unfreiwillig komisch wirkt.

Wir gesagt kann ansonsten nur wenig beanstandet werden, im Gegenteil: Die düstere Optik trägt maßgebend zu der zum Schneiden dichten Atmosphäre bei. Doch nicht nur das grau-rote Drumherum sieht super aus, auch unsere Spielfigur kann sich sehen zur Screenshot-Galerie von Dead Spacelassen. Ich möchte es folgendermaßen ausdrücken: Wer an das Aussehen von Sonic denkt, wird zweifelsohne sofort an die blauen Stacheln denken. Wer an Alma aus F.E.A.R. denkt, müsste sich an ihr rotes Kleid erinnern. Und wer sich an den Master Chief aus Halo erinnert, wird zwangsläufig an den grünen Schutzanzug denken. Und mit Dead Space kommt ein weiteres designtechnisches Spitzenwerk der Spielegeschichte hinzu, an das man sich lange erinnern wird: Unser Held Isaac trägt den stylischsten Schutzhelm, seit es Videospiele gibt. Wer Beweise braucht: Ich verweise auf unsere Screenshot-Gallerie.

Etwas weniger schön als Spielumgebung und Hauptprotagonist sind die fiesen Monster, mit denen wir es im Spielverlauf zu tun bekommen. Sie erinnern deutlich an die Wesen aus dem Filmklassiker "Das Ding aus einer anderen Welt" und sind ähnlich widerlich anzusehen. Sie scheinen (nicht immer) aus den Überresten eines Menschen zu bestehen, vermischt mit einer extra großen Portion Monster. Das Interessante bei den Kämpfen gegen die fiesen Aliens ist die Tatsache, dass der shootertypische Headshot in diesem Spiel nur wenig Wirkung zeigt. Viel wirkungsvoller ist es, den Mistviechern die Extremitäten, sprich: Arme und Beine abzuschießen. Mit einem abgetrennten Bein kann sich unser Gegner zwar noch kriechend fortbewegen und ist in seiner Beweglichkeit deutlich eingeschränkt, kann aber weiterhin Schaden zufügen. Also, Fadenkreuz auf die nächste Extremität und abdrücken.

Womit lässt sich ein Arm oder Bein ganz leicht abtrennen? Jeder von euch sollte sich nun melden und laut "Plasmacutter" rufen, die Name der Standardwaffe in Dead Space. Der Plasmacutter ist eigentlich ein Werkzeug für Mechaniker/Ingenieure und schickt auf Tastendruck drei konstante Strahlen zur Screenshot-Galerie von Dead Spacein Richtung eures Fadenkreuzes. Mit der Taste für alternatives Feuer drehen wir die drei Strahlen um neunzig Grad. Im weiteren Spielerlauf können wir noch so manch nette und natürlich auch aufrüstbare Waffe erwirtschaften, darunter ein ordinäres Gewehr, ein Flammenwerfer oder eine Strahlenkanone, mit der auch Minen abgefeuert werden können. Gekauft werden können die gewünschten Waffen in den vollautomatischen Shops, die überall verstreut in ruhigeren Bereichen der Ishimura existieren. Die im Spiel gültige Währung nennt sich ganz einfach "Credits" und lässt sich immer wieder in leeren Schränken oder bei toten Gegnern finden, genau wie Munition im Übrigen auch.

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Kommentare...

Datum: 03. Dezember 2008
Plattform:
Nummer: 1055
Autor: Florian
Aufrufe: 2819 mal gelesen


Durchschnitts-Wertung
der Shooterplanet-Redaktion

91%
Zum Fazit...

~ 12 Abschnitte
~ aufrüstbare Waffen + Anzug
~ innovatives Interface
~ uncut in Deutschland

+ feinste Grafik
+ bombastischer Sound
+ massive Schockmomente
+ abwechslungsreiche Missionen
+ tolle Schwerkraftspielchen
+ deutsche Version uncut
+ gute Performance

- Rätsel ähneln sich
- schwächelnde Physikengine
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