Als leidenschaftliche FPS-Spielerin und Analystin habe ich viel Zeit damit verbracht, meine Empfindlichkeiten zu optimieren. In CS2 ist das richtige Gleichgewicht zwischen Flicks (schnelle Zielwechsel) und Tracking (kontinuierliches Verfolgen eines Ziels) entscheidend — und genau hier scheitern viele Versuche: Entweder die Sens steigt so, dass Flicks leicht fallen, aber Tracking leidet, oder die Sens ist so niedrig, dass Tracking exzellent ist, Flicks aber „unterzielen“ und Over‑Aiming entsteht. In diesem Guide erkläre ich, wie ich eine low‑sensitivity‑conversion erstelle, die beides ermöglicht, ohne dass du überkompensieren musst.
Warum eine Conversion und kein simpler Kompromiss?
Ein einfacher Mittelwert zwischen High- und Low‑Sensitivity fühlt sich oft gedämpft an. Die Lösung ist keine reine Mathestunde — es geht um Mechanik, Mausbeschleunigung, DPI, eDPI, Mauspad‑Tracking und vor allem: um deinen Arm‑vs‑Hand‑Mix. Ich bevorzuge eine systematische Conversion, die physische Bewegungen, Zieltypen und Spielsituationen berücksichtigt.
Grundbegriffe kurz erklärt
- DPI (Dots per Inch): Hardware‑Auflösung deiner Maus.
- In‑Game Sens: CS2‑Einstellung.
- eDPI = DPI × In‑Game Sens. Gibt dir die effektive Sensitivität.
- Over‑Aiming: Wenn du über das Ziel hinausschießt, oft durch zu hohe Sens oder zu große Mausbewegungen.
- Flick vs. Tracking: kurzer, schneller Richtungswechsel vs. smoothes Folgen eines Ziels.
Schritt 1 — Analyse deiner aktuellen Daten
Bevor du etwas veränderst, messe deine aktuelle Situation. Spiele 30 Minuten in Deathmatch, nimm ein paar Runden Aim‑Trainer (z. B. Kovaak’s, Aim Lab oder das CS2‑DM) und notiere:
- Deine DPI und In‑Game Sens.
- Wie weit du deine Maus physisch bewegst (in cm) für 180° Drehungen — das kannst du mit einem einfachen Lineal und zwei Markierungen auf dem Pad testen.
- Flick‑Präzision vs. Tracking‑Trefferquote im Aim‑Trainer.
Ich schreibe mir diese Werte auf und vergleiche sie mit meinen „Wohlfühlbereichen“: Für Low‑Sens‑Spieler sind 25–45 cm für 360° üblich; für Wrist‑Player deutlich weniger. Das hilft, realistische Ziele zu setzen.
Schritt 2 — Zieldefinition: Was soll deine Conversion erreichen?
Frag dich konkret: Willst du primär AWP‑Flicks, SMG‑Tracking oder beides? Ich optimiere meist für Rifles + AWP, also Mischung aus präzisen Flicks und sauberem Tracking. Deine Gewichtung bestimmt die Ziel‑eDPI.
Schritt 3 — Mathematische Basis der Conversion
Ich benutze folgendes Vorgehen:
- Berechne dein aktuelles eDPI = DPI × Sens.
- Bestimme das Ziel‑eDPI für low‑sens: typischerweise 200–800 (je nach DPI). Für mich als Arm‑Player liegt das Ziel meist zwischen 400–900.
- Wenn dein Ziel‑eDPI deutlich unter dem aktuellen liegt, reduziere DPI oder Sens schrittweise, nie in einem Rutsch mehr als 20–30%.
Beispiel‑Tabelle zur Veranschaulichung:
| Aktuell | DPI | Sens | eDPI |
|---|---|---|---|
| Beispiel | 1600 | 1.2 | 1920 |
| Ziel | DPI | Sens | eDPI |
| Low‑Conversion | 800 | 0.6 | 480 |
Schritt 4 — Physisches Setup anpassen
Reduzierte Sens erfordert Platz. Sorge für:
- Großes Mauspad (z. B. SteelSeries QcK XXL, Logitech G640) — ich bevorzuge QcK für glattes Tracking.
- Konstante Mausbeschleunigung ausgeschaltet (Windows + CS2 Mouse Accel off).
- Konstantes Mausgewicht/Grip — testweise denselben Finger‑Grip verwenden.
Schritt 5 — Langsame Anpassung statt radikale Umstellung
Ich reduziere in Stufen von 10–20% eDPI und spiele jeweils 3–4 Stunden, bevor ich weiter reduziere. So vermeidest du Over‑Aiming durch zu abruptes Umdenken. Notiere Trefferquoten und Gefühle: Fühlt sich dein Crosshair „zu träge“ an? Braucht es nur ein kleines Boost‑Tweak?
Schritt 6 — Technik‑Feintuning für Flicks und Tracking
Ein harmonisches Zusammenspiel entsteht nicht nur durch Sens, sondern Technik:
- Flicks: Trainiere kurze, explosive Armbewegungen kombiniert mit leichter Hand‑Korrektur. Ziel: Grobe Ausrichtung mit Arm, Feinkorrektur mit Hand.
- Tracking: Arbeite an „smoothness“ in Aim‑Trainern. Nutze langsame Aiming‑Drills und erhöhe erst dann die Geschwindigkeit.
- Micro‑Corrections: Kleine, gezielte Handbewegungen nach einem Flick verhindern Over‑Aiming.
Schritt 7 — Crosshair Placement und Peek‑Disziplin
Eine gute Sens ist nur so gut wie dein Crosshair Placement. Ich trainiere ständige Head‑Level‑Ausrichtung und kontrollierte Peeks. So müssen Flicks kürzer und sauberer sein; Tracking bleibt überschaubar. Wenn du aggressiver peeks, passe die Sens geringfügig nach oben — nicht zu stark.
Schritt 8 — Messen, anpassen, wiederholen
Nach jeder Änderung halte diese Metriken fest:
- First‑Bullet Accuracy (Rifle)
- AWP‑Kill‑Rate aus schnellen Flicks
- Tracking‑Hitrate im 1‑gegen‑1‑Duel
- Subjektives Gefühl: Over‑Aiming? Reaktionszeit?
Ich vergleiche Vorher/Nachher mit Aufnahmen (Shadowplay/OBS) und suche nach Mustern: Überkompensierst du nach Links? Dann ist entweder Maussens zu hoch oder dein Arm‑Input zu impulsiv.
Tipps aus meiner Praxis
- Wenn du Over‑Aiming hast: erhöhe das Mauspad‑Widerlager (mehr Platz) und senke Sens um 10% — nicht mehr.
- Nutze DPI‑Schalter für feine Anpassungen (z. B. Logitech G‑Reihe). So probiere ich 400/800/1600 leicht durch.
- Shotguns/Burst‑Waffen erfordern andere Präferenzen — passe Loadout‑Sens situativ an, nicht global.
- Behalte Sleep/Ernährung/Muskelermüdung im Blick: Low‑Sens beansprucht mehr Arm, also Pausen einplanen.
Praxisroutine, die ich empfehle
- 10 Minuten Warm‑Up: Tracking‑Drills in Aim Lab
- 15 Minuten Flick‑Drills (Kleine Targets, Snap Shots)
- 30 Minuten Deathmatch mit Fokus auf Crosshair Placement
- Review 10 Minuten: Clips ansehen, Fehler notieren
Diese Schritte haben mir geholfen, eine low‑sens zu erreichen, die sowohl schnelle Flicks als auch sauberes Tracking ermöglicht — ohne permanentes Over‑Aiming. Es ist ein Prozess, kein sofortiges Setting. Wenn du willst, kannst du mir deine aktuellen DPI/Sens/eDPI schicken; ich schaue mir das an und gebe konkrete Vorschläge basierend auf deinem Spielstil.