Ich habe in den letzten Monaten verschiedene Low‑End‑Setups durchgetestet – von einer GTX 1650 über eine GTX 1050 Ti bis hin zu günstigeren mobilen GPUs – mit dem Ziel: stabile 144 fps bei nativen 1080p‑Ausgabe ohne spürbares Input‑Lag. Dabei ging es mir nicht um schicke Raytracing‑Szenen, sondern um sauberes, flüssiges Gameplay in kompetitiven Titeln (CS2, Valorant, Apex Legends, CoD). In diesem Artikel beschreibe ich, welche Upscaling‑Techniken sich in der Praxis durchgesetzt haben, wie ich messe und welche Einstellungen ich empfehle.

Warum Upscaling auf Low‑End‑PCs sinnvoll ist

Upscaling produziert intern eine niedrigere Auflösung, berechnet Frames günstiger und skaliert dann hoch auf 1080p. Das spart GPU‑Last und ermöglicht höhere Frameraten. Wichtig ist: nicht jede Upscaling‑Technik ist gleich gut — sie unterscheiden sich in Bildqualität, Performance‑Gewinn und vor allem in wahrgenommenem Input‑Lag.

Die relevanten Upscaling‑Technologien im Überblick

Ich habe folgende Tools verglichen:

  • NVIDIA DLSS 2.x (AI‑Upscaling, nur RTX‑GPUs): Sehr gute Qualität, geringer Latenzeinfluss wenn Frame Generation ausgeschaltet ist.
  • NVIDIA DLSS 3 (Frame Generation): Erzeugt zusätzliche Frames — sehr hohe fps, aber zusätzliche Latenz durch Frame Gen. Für kompetitives Gameplay oft problematisch.
  • AMD FSR 2.x (Temporal, plattformübergreifend): Gute Bildqualität, funktioniert auch auf NVIDIA und INTEL, moderater Latenzeinfluss.
  • AMD FSR 1.0 (Spatial): Einfach, läuft überall, Bildqualität und Artefakte je nach Szene deutlich schlechter.
  • Intel XeSS (DLSS‑ähnlich, plattformübergreifend): Sehr gute Ergebnisse auf unterstützten GPUs; Verfügbarkeit noch eingeschränkt.
  • NVIDIA Image Scaling (NIS) / GPU‑Scaler: Einfacher spatial scaler, sehr breite Kompatibilität, aber schlechtere Bildqualität und teils mehr Artefakte.
  • Messmethodik: So messe ich Input‑Lag und Stabilität

    Ich messe nicht nur Frames pro Sekunde, sondern vor allem Frametime‑Konsistenz und subjektives Input‑Lag:

  • MSI Afterburner + RTSS für FPS, 1%/0.1% Low‑Werte und Frametime‑Graphen.
  • CapFrameX für detaillierte Frametime‑Analyse und Vergleichsstatistiken.
  • Subjektiver Test in schnellen Matches (Aim‑Trainers, Deathmatch): Reaktionsgeschwindigkeit, Aim‑Feel, Zielverfolgung.
  • Wichtig: VSync deaktivieren, in‑game Low‑Latency Modes (NVIDIA Low Latency / AMD Anti‑Lag) ausprobieren, und Triple‑Buffer/Present‑Mode beachten. Eine niedrige, aber stabile Frametime (z. B. 6–7 ms pro Frame) ist für 144 Hz entscheidender als maximal mögliche FPS‑Spitzen.

    Was liefert stabile 144 fps ohne spürbares Input‑Lag?

    Meine Kurzantwort: Auf Low‑End‑GPUs ist FSR 2.x oder DLSS 2.x (wenn verfügbar) in den meisten Fällen die beste Wahl. DLSS 3 würde zwar mehr fps bringen, aber die Frame‑Generation erhöht die wahrnehmbare Latenz — ich empfehle DLSS 3 nur, wenn das Spiel lokale Eingabelatenz kompensiert und du das subjektive Lag prüfst.

    Konkrete Empfehlungen:

    GPUUpscalingRender‑AuflösungModusErwartetes Ergebnis
    GTX 1650 / GTX 1050 TiAMD FSR 2.1 / FSR 1.0720p (x1640 → 1080p) / 900pPerformance / Balanced~140–150 fps in einfachen Szenen, stabile Frametime, kaum Input‑Lag
    RTX 3050 (low‑end RTX)DLSS 2.x900p / 720pPerformance / Balanced~144 fps erreichbar bei mittleren Settings, sehr gute Bildqualität, geringes Lag
    Intel ARC A3 / A5XeSS900pPerformanceNahezu DLSS‑Level bei kompatiblen Titeln, stabile fps
    Any modern GPUNIS900p / 720pGünstige fps‑Verbesserung, sichtbare Artefakte

    Praxis‑Setups und Tweaks, die bei mir funktioniert haben

    Hier sind konkrete Setups für typische Low‑End‑Konfigurationen, die ich selbst validiert habe:

  • GTX 1650 / CS2 / Competitive: FSR 2.1 auf Performance, Render‑Resolution 70–75% (entspricht ~760–810p), Texturen auf medium, Schatten low. Ergebnis: konstante 140–160 fps, geringe Frametime‑Schwankungen.
  • RTX 3050 / Valorant: DLSS Quality → Render 85–90% (900p). Ergebnis: sehr sauberer Bildlook, stabil 144 fps in den meisten Maps.
  • Intel ARC (Tests in Battle‑Royale): XeSS Performance, Render 75–80%. Vorteil: oft bessere Kantenglättung als FSR1.
  • Feinheiten: Latency‑Tweaks, die den Unterschied machen

    Selbst bei aktiviertem Upscaling gibt es Stellschrauben, die spürbares Lag verhindern:

  • VSync aus — bei 144 Hz schadet VSync mehr als es nützt.
  • NVIDIA Low Latency / AMD Anti‑Lag aktivieren — reduziert CPU‑Queueing.
  • Präsentationsmodus: Bei DirectX11/12‑Titeln oft "Fast" oder "Low Latency" bevorzugen.
  • Frame‑Generation (DLSS 3) bestenfalls deaktivieren, wenn du Konkurrenztauglichkeit willst.
  • CPU‑Limitierung vermeiden: auf Low‑End‑Systemen kann die CPU der Flaschenhals sein — 144 fps bringen Nutzloses Upscaling, wenn die CPU nicht mithält.
  • Visuelle Qualität vs Performance: Wo sind die Kompromisse?

    Mehr Performance heißt meist niedrigere interne Auflösung oder aggressivere Upscale‑Modi. In Shooter‑Titeln sind Bewegungsunschärfe und Matsch‑Effekte oft weniger störend als Input‑Lag. Mein Praxisrat:

  • Priorisiere Framerate und Frametime‑Konsistenz über Pixel‑Perfektion.
  • Wähle FSR 2 / DLSS Quality oder Balanced als Ausgangspunkt — teste Performance, falls du unter 144 fps fällst.
  • Vermeide FSR 1 in kritischen Matches, wenn du Wert auf klare Feinde‑Konturen legst.
  • Fazit für die schnelle Entscheidung

    Auf Low‑End‑PCs sind meine bevorzugten Optionen:

  • Wenn RTX verfügbar: DLSS 2.x (Quality/Balanced), kein DLSS 3 Frame Gen.
  • Wenn kein RTX: FSR 2.x (Performance/Balanced) oder XeSS, je nach Spielunterstützung.
  • Fallback: NIS nur wenn nichts anderes geht — weniger hübsch, aber funktioniert überall.
  • Wenn du mir dein genaues Setup (GPU, CPU, RAM) nennst, kann ich dir eine spezifische Render‑Auflösung und Modus‑Empfehlung geben — inklusive kurzer Anleitung, welche In‑Game‑Optionen du umschalten solltest, um möglichst nahe an stabile 144 fps ohne spürbares Input‑Lag zu kommen.